Krieg in Europa, Deutschland und Russland das Ziel.

27.08.2015

Das Hauptinteresse der USA, für das wir immer wieder Krieg geführt haben – im Ersten und Zweiten Weltkrieg und auch im Kalten Krieg – waren die Beziehungen zwischen Russland und Deutschland. Weil vereint, sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann. Unser Hauptinteresse besteht darin, sicherzustellen, dass dieser Fall nicht eintritt. Sagte George Friedman und Volker Rühe (CDU) sieht in seiner Rezension zu dem Buch von Zbigniew Brzeziński, “Die einzige Weltmacht“ das Ziel darin, ein weltweites Regelwerk zu etablieren und zu institutionalisieren, bevor die eigene Macht im Schwinden begriffen ist. Aber zurück zum nächsten Krieg:

George Friedman von Stratfor erklärt die Aktuelle amerikanische Außenpolitik in The Chicago Council on global Affairs, Zitate aus dem YouTube-Video: „USA wollen Krieg um jeden Preis“

Friedman: Kein Ort kann auf Dauer Friedlich bleiben. Auch die USA nicht, ich meine, wir (USA) werden von Kriegen begleitet bzw. betroffen. Europa wird, wie ich vermute, zwar nicht zu den großen Kriegen zurück kehren, aber es wird wieder zum menschlichen Normalfall zurückkehren, es wird ihre Kriege haben, ihre Friedenszeiten und es wird ihr Leben verlieren.

Es werden keine 100 Millionen Tote geben wie im letzten Krieg aber die Idee von der europäischen Auserwähltheit, wie ich denke, wird dazu beitragen. Es werden Konflikte in Europa geben, es gab Konflikte in Jugoslawien und jetzt auch in der Ukraine.Europas Beziehungen zu den Vereinigten Staaten, – wir haben keine Beziehung mit “Europa“, wir haben Beziehungen mit Rumänien, wir haben Beziehungen mit Frankreich aber es gibt kein Europa mit dem die USA Beziehungen haben.

Ein Journalist fragt: Ist der islamische Extremismus die Hauptbedrohung für die Vereinigten Staaten und wird er absterben oder wird er weiterhin fortbestehen?

Antwort Friedman: Es ist ein Problem für die Vereinigten Staaten aber keine existenzielle Bedrohung. Man muss sich damit befassen, man muss sich damit angemessen befassen. Wir haben andere außenpolitische Interessen. So, das Hauptinteresse der US-Außenpolitik während des letzten Jahrhunderts, im Ersten und Zweiten Weltkrieg und im kalten Krieg waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland. Weil vereint sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann. Unser Hauptinteresse galt Sicherzustellen, das dieser Fall nicht eintritt.

Wenn Sie ein Ukrainer sind, werden Sie die Ausschau danach halten, wer ihnen als Einziger – und das sind die Vereinigten Staaten helfen kann. Letzte Woche, oder etwa vor 10 Tagen war der Oberbefehlshaber der amerikanischen Bodentruppen in Europa General Ben Hodges zu Besuch in der Ukraine. Er kündigte dort an, dass die US-Militärberater in die Ukraine demnächst offiziell kommen sollen. Eigentlich hat er dort die Medaillen an die ukrainischen Kämpfer verteilt, was das militärische US-Protokoll verbietet, dass Medaillen an Ausländer verliehen werden. Doch er tat das, weil er damit zeigen wollte, dass ukrainische Armee seine ist.

Dann ging er weg und die Vereinigten Staaten liefern baltischen Staaten Waffen, Artillerie und andere Militärausrüstung – die baltischen Staaten, Rumänien, Polen und Bulgarien – das ist jetzt ein sehr interessanter Punkt und Gestern haben die Vereinigten Staaten angekündigt, das sie vorhaben, die Waffen in die Ukraine zu liefern, das wurde dementiert aber sie tun das, die Waffen werden geliefert. Und bei all diesen Handlungen agieren die Vereinigten Staaten außerhalb der NATO weil die NATO-Entscheidungen müssen von allen NATO-Mitgliedern Einstimmig getroffen werden.

Der Punkt bei der ganzen Sache ist, das die USA ein Sicherheitsgürtel um Russland aufbauen und Russland weiß es. Russland glaubt die USA beabsichtige die Russische-Föderation zu zerschlagen. Ich denke wir wollen sie nicht töten, sondern nur etwas verletzen bzw. Schaden zufügen. Jedenfalls sind wir jetzt zurück zum alten Spiel und wenn Sie einen Polen, Ungarn oder Rumänen fragen, sie leben in einer ganz anderen Welt als die Deutschen und die Deutschen leben in einer ganz anderen Welt als die Spanier, also herrscht Uneinigkeit in Europa. Aber was die Ukrainer bevorzugen werden, das werde ich ihnen genau sagen: sie werden versuchen das Zischen seitens der USA zu vermeiden.

Die Vereinigten Staaten aus ihrem fundamentalen Interesse kontrollieren die Ozeane der Welt, keine andere Macht hat das jemals gemacht aus diesen Gründen Intervenieren wir Weltweit bei den Völkern aber wir können sie nicht angreifen. Das ist eine schöne Sache. Die Aufrechterhaltung der Kontrolle über die Ozeane und im Weltall begründet unsere Macht. Der beste Weg die feindliche Flotte zu besiegen ist zu verhindern das diese gebaut wird.

Der Weg den die Briten gegangen sind um sicherzustellen das keine europäische Macht die Flotte bauen könnte ist, das die Europäer einander bekämpfen. Die Politik die ich empfehlen würde ist die, die Ronald Reagan angewendet hat, im Iran und Irak, er unterstützte beide Kriegsseiten sodass sie gegen einander kämpfen (Iran-Irak-Krieg 1980-1988) und nicht gegen uns. Es war Zynisch, es war nicht moralisch vertretbar, aber es funktionierte. Und das ist der Punkt: die Vereinigten Staaten sind nicht in der Lage ganz Eurasien zu okkupieren. In dem Moment, wo unsere Stiefel den Boden berühren, sind wir Demographisch Zahlenmäßig unterlegen. Wir können eine Armee zerschlagen aber wir sind nicht in der Lage Irak zu besetzen. (…)

Also wir sind nicht in der Lage überall Militärisch zu intervenieren aber wir sind in der Lage, erstens, die Gegeneinander kämpfenden Mächte zu unterstützen damit sie sich auf sich selbst konzentrieren können, sie unterstützen Politisch, Finanziell, Militärisch, Waffen zu liefern und die US-Berater aussenden und in außergewöhnlichen Fällen wie wir in Japan vorgegangen sind, nein, in Vietnam, Irak und in Afghanistan mit Präventivschlägen (spoiling attacks) intervenieren.

Eigene Anmerkung als Freudscher-Versprecher durch die Erwähnung des Atombombenabwurfs auf Japan. Die Rationalgalerie schreibt unter:

Die Irren in Washington- Atomkrieg ist machbar, Herr Nachbar

Das „Center for Strategic and International Studies (CSIS)“ in Washington hält in seinem Report PROJECT ATOM kleine Atomkriege „kontrollierte nukleare Angriffe“ für möglich.

Aber weiter mit dem friedvollen Friedman:

Die Taktik der Präventivschläge beabsichtigt nicht den Feind zu besiegen, sondern sie verfolgt das Ziel den Feind aus der Balance zu bringen. (…) Deswegen, die Antwort darauf lautet, die USA können nicht überall in Eurasien militärisch Intervenieren. Man muss Selektiv intervenieren und möglichst Selten. (…)

Also die Imperien welche versuchen direkt in okkupierten Gebieten zu regieren, solche Imperien scheitern, wie es mit dem Nazi-Imperium der Fall war. Weil niemand hat so viel Macht um direkt zu regieren. (..) Wie auch immer unser Problem jetzt ist nicht das, sondern, das bedeutet eigentlich, das wir ein Imperium als solches sind. Wir sollten aber deswegen nicht denken das wir entspannen können, nach Hause gehen und über nichts mehr Sorgen machen. Wir sind erst etwa im dritten Kapitel des Buches.

Frage eines Journalisten: Ich habe Sie so verstanden dass die europäische Währung Euro nicht überleben wird.

Friedman: Die Frage die jetzt für die Russen auf dem Tisch ist, ist ob man die Ukraine als eine Pufferzone zwischen Russland und dem Westen haben will die wenigstens Neutral bleiben wird oder wird der Westen so weit in die Ukraine vordringen, dass der Westen (NATO) nur 100 Kilometer von Stalingrad und 500 Kilometer von Moskau entfernt sein wird. Für Russland stellt der Status der Ukraine eine existenzielle Frage dar und die Russen können bei dieser Frage nicht einfach so weg gehen, loslassen.

Für die USA gilt, wenn Russland sich an der Ukraine weiterhin hängt, werden wir Russland stoppen. Deswegen starten die USA solche Maßnahmen, wie über sie kürzlich General Hodges, der für Blamagen bekannt ist, gesprochen hat und zwar über eine Eingreiftruppe in Rumänien, Bulgarien, Polen und bei den baltischen Staaten. Damit begründet man das Intermarum (Zwischenmeer-Land) das Territorium zwischen dem schwarzen Meer und der Ostsee, dieses Konzept arbeitete Pilsudski aus und das ist die von den USA bevorzugte Lösung.

Und die Sache worauf wir keine Antwort parat haben, ist die Frage, was wird Deutschland in dieser Situation unternehmen. Die reale unbekannte Variable in Europa sind die Deutschen, wenn die USA diesen Sicherheitsgürtel aufbauen, nicht in der Ukraine sondern zu dem Westen und der Einfluss der Russen in der Ukraine wird schwinden, wir wissen nicht wie die deutsche Haltung ausfallen wird. Deutschland befindet sich in einer sehr eigenartigen Lage. Der ehem. Bundeskanzler Gerhard Schröder ist im Aufsichtsrat von Gazprom. Die Deutschen haben ein sehr komplexes Verhältnis zu den Russen.

Die Deutschen wissen selbst nicht was sie tun sollen. Sie müssen ihre Waren exportieren, die Russen können ihnen die Waren abnehmen. Andererseits verlieren sie Freihandelszonen die sie brauchen um andere Sachen aufzubauen.

Für die Vereinigten Staaten ist das Hauptziel dass russische Kapital, russische Technologien.. ich meine deutsches Kapital und Technologien und die russischen Ressourcen und die russische Arbeitskraft sich zu einer einzigartigen Kombination verbinden, die die USA seit einem Jahr unter allen Umständen zu verhindern versuchen.

Also wie kann man das erreichen dass diese Deutsch-Russische Kombination verhindert wird? Die USA sind bereit, mit ihrer Karte diese Kombination zu schlagen, das ist die Linie zwischen dem Baltikum und Schwarzem Meer.

Für die Russen ist die entscheidende Frage dass die Ukraine ein neutrales Land wird, kein Pro-westliches. (..) Nun wer mir eine Antwort darauf geben kann was die Deutschen in dieser Situation tun werden, der kann mir auch sagen wie die nächsten 20 Jahre Geschichte aussehen werden aber unglücklicherweise müssen die Deutschen immer wieder eine Entscheidung treffen und das ist dass ewige Problem Deutschlands.

Deutschland ist Wirtschaftlich enorm Mächtig aber gleichzeitig geopolitisch sehr zerbrechlich und sie wissen niemals wie und wo sie ihre Exporte verkaufen können. Seit 1871 – das war immer „Die Deutsche Frage“ und die Frage Europas. Denken Sie mal über die „Deutsche Frage“ nach, welche jetzt wieder mal aufkommt. Das ist die nächste Frage die wir stellen müssen, was wir aber nicht tun, weil wir nicht wissen was die Deutschen tun werden.

 

 

Über Ulrich Fiege

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