Europa und Griechenland, Deutschland das Ziel?

Wir schreiben den 16. Juli 2015, in den letzten Wochen wurde viel über das griechische Drama in mehreren Akten beschrieben, einigen Journalisten genügte das nicht, sie schütteten mit einer subjektiven Berichterstattung regelrechte Häme über Griechenland aus, ein paar Beispiel aus der Süddeutsche Zeitung (SZ), Zitat: Die EU muss nun den Schaden minimieren, den die Regierung Tsipras angerichtet hat. Das war der Tag nachdem die Griechen mit Nein gestimmt haben um dann am 13. Juli zu berichten, Zitat: Die Troika ist zurück (..) Alle Gesetze der Regierung Tsipras werden überprüft (..) Verlust an Souveränität in der Gesetzgebung (..) Massenentlassungen müssen akzeptiert werden.. und so weiter. Wenn die Abschaffung der Demokratie in Europa und die Verarmung des Landes, also Hunger und Elend, die Zahl der Suppenküchen in Griechenland ist nicht überschaubar, wohl aber die gestiegene Selbstmordrate um 36 % und wenn das alles als Erfolg von der SZ gewertet wird, dann Gnade uns Gott vor dem, was noch kommen wird!

In dem Artikel „Griechenland und der Versailler-Vertrag“ habe ich die Auswüchse beschrieben, was jetzt aber geschieht, ist ein Bruch aller Werte für die dieses Europa einmal einstehen sollte und wenn einige Griechen über einen Arbeitsplatz verfügen und mit 67 Jahren eine „Bedarfs abhängige Rente“ erhalten und der Rest eine „Bedarfs unabhängige“, also eine Rente unterhalb des Existenzminimums und das bei einer aktuellen Arbeitslosenquote von 28% und über 50% Jugendarbeitslosigkeit, diese Tendenz wird durch die Massenentlassungen als beschlossene Sache, ins Unermessliche steigen weil Griechenland nicht mit Deutschland konkurrieren kann und der Grund dafür, sind die geringen Löhne in Deutschland, die Zeitarbeiter, 1 Euro-Jobber und das Ehrenamt bzw. durch die Agenda2010 der sozialdemokratischen Bundesregierung wurde in Deutschland der größte Niedriglohnsektor innerhalb Europas geschaffen, als inhaltliches Originalzitat vom ehemaligen Bundeskanzler G. Schröder auf dem Weltwirtschaftsgipfel 2005 in Davos gesprochen, kann sich jeder an 2 Fingern abzählen, das die Griechen keine Chance haben sich aus dieser nach unten drehenden Spirale zu befreien, schon gar nicht, wenn das Land als europäisches Protektorat geführt wird und die griechische Regierung nichts mehr zu melden hat.

Das haben deutsche Politiker als Erfüllungsgehilfe der EZB jedoch auch nicht, nur wird es in den Medien so dargestellt, Volker Kauder: In Europa wird wieder Deutsch gesprochen, fehlte nur noch das er den rechten Arm hebt aber lassen wir das, unsere Politiker merken sehr wohl was gespielt wird aber der Deutsche hört so etwas natürlich gerne, denn auf dem „zweiten“ Auge, sieht man genau so wenig wie im „Ersten“ bzw. in den Öffentlich Rechtlichen und die Hintergründe als Journalismus, sind nur durch Recherche möglich, das aber scheint keine Wesensart im Berufsbild des aktuellen Journalismus zu sein, er agiert als Befehlsempfänger und hat seine verbrieften Grundrechte im Grundgesetz verwirkt, verwirkt durch eine Subjektive bzw. durch Unterlassen in dann unwahren Berichterstattungen. „Wir sind wieder wer“ und wir sind wieder im Krieg, war auch an manchen Stellen zu lesen aber zurück zum Problem.

Die Süddeutsche Zeitung kritisiert und zitiert den Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman denn der schrieb auf seinem Blog: „Die komplette Kapitulation reicht Deutschland nicht. Es will einen Regimewechsel und die totale Demütigung.“ Krugman schloss sich damit einer Hasskampagne gegen Deutschland an, die am Wochenende die Netzgemeinde beschäftigte. Am Montag legte er noch nach: „Das europäische Projekt, das ich immer gelobt und unterstützt habe, hat einen schrecklichen, vielleicht sogar tödlichen Schlag erhalten. Und, was immer man von Syriza und Griechenland halten mag, es waren nicht die Griechen, die ihn ausgeführt haben.“ unter:  Warum ein Nobelpreisträger auf Deutschland losgeht und die SZ freut sich darüber, das Krugman als „blasiert, anmaßend, besserwisserisch“ beschimpft wird. Das jedoch in einer Oper vom Amerikanisch-Lettischen Komponisten 2013 in Tallin aufgeführt und was uns wieder zur Ukraine zurück führen könnte, denn es ist die selbe politische Oper die hier gespielt wird und für reale Zerstörung sorgt!

Das Paul Krugman und John Maynard Keynes aber sehr wohl die Zusammenhänge verstehen, dazu ein Zitat von Keynes: Wenn ein Einzelner mehr spart, steigt sein Vermögen und sein Zinseinkommen. Machen dies alle – ohne dass eine ausreichende Investitionsnachfrage besteht – sinkt die Güternachfrage, und somit Produktion, Beschäftigung und Einkommen..

Wenn die Bürger eines ganzen Landes sparen weil sie 1. keine Arbeit haben und 2. trotz Arbeit einen Existenzkampf führen und die griechische Suppenküche dafür sorgt, das der Arbeitnehmer, sollte er dann noch über einen Arbeitsplatz verfügen, die überlebenswichtigen Medikamente bezahlen wird, die sein Vater als Rentner und Beispiel nicht mehr bezahlen kann durch diese EU-Politik, dann ist auch abzusehen wohin uns das führt. Was bei einem Schuldenschnitt für Griechenland wie ihn der IWF fordert dann auf Deutschland zu kommen könnte und beachten Sie bitte im Link die Stimmengewichtung innerhalb des Internationalen Währungsfonds, bleibt abzuwarten aber wenn die Kredite die Griechenland bekommen hat, die ja an Rüstungskäufe gebunden waren und Griechenland hat mehr deutsche Waffen im Schrank wie wir, dann hat Deutschland bei einem Schuldenschnitt, siehe unter (1), ein ernstes Problem in den Bilanzen, was sich natürlich über höhere Steuern, noch niedrigeren Löhnen, Massenentlassungen und noch mehr Zeitarbeiter kurzfristig beheben lässt. Wir stehen dann da, wo Griechenland jetzt steht und mit oder durch TTIP, wird das ganze und als finanzielle Bilanz nur kurzfristig behoben.

Langfristig gesehen geht dieser Kontinent vor die Hunde, entweder mit einem Krieg über die Ukraine gegen Russland, in dem Europa unbewohnbar wird oder durch Banken und eine Politik, die falls dieses Freihandelsabkommen TTIP einmal kommen sollte, diesen Kontinent zerstören wird. Kohlekraftwerke schießen wie Pilze aus dem Boden, ein Atomausstieg auf Kosten der Steuerzahler, obwohl wir gar nicht aus der atomaren Stromversorgung aussteigen dürfen wie es in den Verträgen von Lissabon geschrieben steht und die Klima-Ziele, sind eben nur Ziele, geben den Unternehmen (RWE, E-ON und co) deren Anteilseigner sich zu 2/3 in den USA befinden das Recht zum Fracking an jeder sich bietenden Stelle. Aktuell wurden 136 Dörfer im Süden Brandenburgs für die Braunkohle beseitigt, das Unternehmen Vattenfall, genau das Unternehmen das Deutschland auf 4,7 Milliarden Euro als Entschädigung wegen dem angeblichen Ausstieg aus der Atomenergie verlangt und vor einem internationalen Schiedsgericht für Investitionsstreitigkeiten (ICSID) in Washington verklagt hat und dabei ist TTIP mit deren Schiedsgerichten noch gar nicht durch, zahlt der Steuerzahler!

Wir werden betrogen und es handelt sich in und mit der Europäischen Union nicht um Demokratie, Freiheit oder Rechtsstaatlichkeit, die wurde dem Bürger Stück für Stück, – und ganz langsam und ohne es zu merken, entzogen. Willkommen in der Wirklichkeit, nur wie kommen wir da wieder heraus?

von Ulrich Fiege

(1) http://www.manager-magazin.de/politik/europa/a-1043823.html

Nachgetragen,

Schäuble hat in seinem Grexit-Papier unter anderem vorgeschlagen, 50 Mrd. griechischen Besitz an die „Institution for Growth“ (IfG) zu übertragen. Die IfG ist eine Tochter der KfW. Der Vorsitzende (des Verwaltungsrats) der KfW ist Schäuble selbst.

 

 

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